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Künast gegen "zu dicke Kinder"

Pressemitteilung Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft Pressemitteilung Nr. 131 vom 9. Juni 2004

Pressemitteilung Nr. 131 vom 9. Juni 2004 Künast: Initiative für eine neue Ernährungsbewegung in Deutschland

Bundesverbraucherministerin Renate Künast hat heute dem Bundeskabinett die "Initiative für eine neue Ernährungsbewegung in Deutschland" vorgestellt. "Die dramatischen Zahlen von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen erfordern eine breite gesellschaftliche Bewegung zur Änderung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten. Insbesondere Kinder und Jugendliche müssen lernen, sich anders zu ernähren und mehr zu bewegen", so Künast. Immerhin sei bereits jetzt jedes 5. Kind und jeder 3. Jugendliche übergewichtig. Bei 7 - 8 Prozent der Kinder erreiche das Übergewicht krankhafte Ausmaße, sie litten an Adipositas.

Die Ministerin verwies auf den WHO-Bericht vom Mai, der vor einer weltweiten Epidemie des Übergewichts und den sich daraus ergebenden massiven Folgekosten für die Gesundheitssysteme warne. Deshalb habe die WHO in ihrem Aktionsplan "Globale Strategie zur Ernährung, körperlichen Aktivität und Gesundheit" die Mitgliedstaaten zu schnellstmöglichem Handeln aufgefordert. "Wir müssen verhindern, dass diese Entwicklung in absehbarer Zeit unser Gesundheitssystem sprengt. Es ist höchste Zeit, alle Kräfte zu bündeln, um hier gegenzusteuern", so Künast.

Erste erfolgreiche Maßnahmen, wie Beratungsprogramme für Kindergärten und Schulen und die Entwicklung von Unterrichtseinheiten zu gesunder Ernährung , habe das Bundesverbraucherministerium bereits in die Wege geleitet. Jetzt gehe es darum, die vielfältigen Aktivitäten von wissenschaftlichen Einrichtungen, Ärzten, Vereinen und Verbänden sowie der Bundesländer so zu vernetzen, dass man tatsächlich von einer gesellschaftlichen Bewegung zur Bekämpfung des Übergewichte sprechen könne. "Es darf nicht so kommen, wie eine britische Studie vorhersagt: _Die junge Generation wird die erste sein, die vor ihren Eltern stirbt´", sagte die Ministerin.

Aufgabe sei es im Gegenteil zu vermitteln, dass anders Essen und mehr Bewegen sehr viel mit Fitsein, Genuss, Ausschöpfen aller körperlichen und geistigen Chancen zu tun habe. Denn erwiesenermaßen seien übergewichtige Kinder schon in der Schule gehandicapt: "Das ist auch eine Frage der Gerechtigkeit."

Künast forderte Ernährungsbildung als Querschnittsthema in allen Bildungsinstitutionen und allen Bildungseinrichtungen, eine verbesserte Gemeinschaftsverpflegung und klare Regeln für die Bewerbung von Kinderlebensmitteln.

Die Ministerin wies darauf hin, dass sie alle Akteure an einen Tisch gebeten habe, um eine Plattform für gemeinsame Aktivitäten zu ermöglichen. "Ich rufe alle auf mitzuwirken und ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden: Für eine neue Ernährungs-Bewegung in Deutschland", so Künast. BMVEL-Pressestelle Telefon: 01888-529-3170 bis -3176, -3395 und -3930

http://www.bml.de/index-000DA955F5DA10C6910B6521C0A8D816.html

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  1. Mai 2004 zurück · Druckversion Vermischtes Künast will Extra-Sportangebot an Schulen für dicke Kinder

HAMBURG. Bundesverbraucherministerin Renate Künast (Grüne) drängt auf mehr Sport an den Schulen für übergewichtige Kinder. "Wir brauchen in den Schulen ein gesondertes Sportangebot für dicke Kinder, weil sie sich sonst überhaupt nicht mehr bewegen", sagte Künast der Wochenzeitung "Die Zeit".

Sie selbst sei "normalgewichtig" gewesen und habe dennoch große Mühe gehabt, am Stufenbarren "unverletzt durchzukommen", erinnerte sich die Grünen-Politikerin. "Was wollen Sie da machen mit Kindern, die massiv übergewichtig sind und ständig ausgelacht werden? Diese Tortur kann man niemandem antun", fügte Künast hinzu.

Im Kampf gegen Übergewicht forderte die Ministerin zudem strengere Regeln für Lebensmittelwerbung. Es gelte zu verhindern, "dass zu fettige, zu salzige und zu süße Lebensmittel als gesund beworben werden".

ddp/sto/nik/ddp

http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=16368

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Übergewichtige Kinder Kostenlawine durch Fettleibigkeit befürchtet Von Günter Müller, richtigfit.de

  1. April 2003 Die Kinder in unserer Gesellschaft essen viel zuviel, bewegen sich immer weniger und werden immer dicker. Diese bedrückende Erkenntnis beschäftigt mittlerweile immer mehr Eltern, Lehrer, Ärzte und Politiker. Bei einem aktuellen Gespräch in dieser Woche zwischen dem Präsidenten des Deutschen Sportbundes, Manfred von Richthofen, und Verbraucherschutz-Ministerin Renate Künast (Bündnis 90/Die Grünen) in Berlin war dieser Missstand das zentrale Thema.

Künast will versuchen, einen Ausweg aus dieser Misere zu finden. Am 8. Juli sollen Experten in Berlin über Adipositas - also Fettleibigkeit - bei Kindern diskutieren und Vorschläge entwickeln.

Jedes zehnte Kind im Alter von sechs Jahren zu dick

Das Ausmaß des Übergewichts wird aus einer jetzt veröffentlichten Auswertung des bayerischen Gesundheitsministerium und der Universität München nochmals deutlich. Von 1998 bis 2001 wurden alle Untersuchungen der Schulanfänger in diesem Bundesland analysiert. Danach ist rund jedes zehnte Kind bereits im Alter von sechs Jahren zu dick. Der Anteil der übergewichtigen Kinder stieg von 8,5 Prozent im Jahr 1982 auf 11,6 Prozent im Jahr 2000. Unter Fettsucht litten 1982 nur 1,8 Prozent, 18 Jahre später waren es bei den Erstklässlern schon 3,2 Prozent.

Bei nicht-deutschen Kindern tritt das Übergewicht sogar noch doppelt so häufig auf. Als Folge leiden die Kinder unter anderem immer früher an Diabetes - Zuckererkrankung - und Herz-Kreislauf-Störungen. „Auf das Gesundheitswesen rollt eine unglaubliche Kostenlawine zu, wenn nicht mit allen Kräften eingeschritten wird“, meinte der bayerische Gesundheitsminister Eberhard Sinner, der die Untersuchung in Auftrag gegeben hatte.

Bewegungsmangel und falsche Ernährung

Die Zahlen des Verbraucherschutz-Ministeriums sind noch erschreckender. Danach leidet bereits jedes fünfte Kind und jeder dritte Jugendliche an Übergewicht. Sieben bis acht Prozent aller Kinder und Jugendlichen werden bereits in den Bereich der Fettsüchtigkeit eingestuft. Als fettsüchtig gilt, wer 20 Prozent über dem Sollgewicht liegt. Die kürzlich vom Deutschen Sportbund und der AOK - Die Gesundheitskasse vorgestellt Studie über den körperlichen Zustand von Kindern verzeichnet einen erschreckenden Rückgang der Fitness der Kinder und Jugendlichen. Innerhalb von sieben Jahren ist sie um 20 Prozent zurück gegangen.

Der bayerische Gesundheitsminister appelliert nun an alle Verantwortlichen, das gewaltige Problem von zwei Seiten anzugehen. Einmal muss der Bewegungsmangel durch das immer mehr zunehmende Fernsehschauen und die ausufernde Zeit vor dem Computer bekämpft werden. Als Zweites gilt es, falsches Ernährungsverhalten abzustellen. Schon in Kindergärten und in Grundschulen soll versucht werden, die Kinder zum gesünderen Essen zu bewegen.

Mithilfe der Eltern

Aber eine Umstellung sowohl in der Ernährung als auch hin zu mehr Sport geht nur durch die Mithilfe der Eltern. Bisher gelingt es lediglich bei zehn Prozent der Eltern, die Bereitschaft zu erwecken, wie Dr. Martin Wabitsch von der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kinder- und Jugendalter weiß. Erst durch eine gesteigerte Aufklärung der Bevölkerung können die notwendigen Schritte erreicht werden.

http://www.faz.net/s/Rub9F27A221597D4C39A82856B0FE79F051/Doc~E487C805C2EB240DFBD51D298C1323232~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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Kinder sollen fitter werden

"Unser aller Ziel sind gesunde Kinder, die fit ins Leben starten. Es ist unsere gemeinsame Verantwortung, ihnen dafür die besten Chancen zu bieten", so Bundesverbraucherministerin Renate Künast zur Eröffnung des Kongresses "Kinder und Ernährung" in Berlin. Allerdings seien in Deutschland derzeit jedes 5. Kind und jeder 3. Jugendliche zu dick.

Die Weltgesundheitsorganisation spreche sogar schon von einer Besorgnis erregenden Epidemie. "Jedes Kind sollte frühzeitig lernen, kenntnisreich mit der Ernährung und dem eigenen Körper umzugehen. Hierbei geht es nicht um Schönheitsideale, sondern um Bildungsauftrag und Krankheitsprävention", so Künast.

Notwendig seien Verhaltens- und Einstellungsänderungen, aber auch eine Änderung von Lebensverhältnissen. Oft müssten erst die Voraussetzungen geschaffen werden, die eine ausgewogene Ernährung und ausreichende Bewegung ermöglichten. Deshalb sei eine groß angelegte Kampagne erforderlich. Sie habe alle Beteiligten, auch Wissenschaft, Wirtschaft und Medien eingeladen, dabei mitzumachen. Diese wichtige ernährungspolitische Aufgabe bilde einen Schwerpunkt der Arbeit ihres Ressorts in den kommenden Jahren. Denn nicht nur die persönlichen Belastungen, auch die gesellschaftlichen Folgekosten von Übergewicht seien enorm. Bis zu einem Drittel der Gesamtkosten des Gesundheitswesens, so Schätzungen, würden durch ernährungsmitbedingte Krankheiten verursacht.

Ernährungsprobleme seien häufig auch soziale Probleme, wie neuere Studien bestätigten. Umso wichtiger sei es, in Kindergärten und Schulen eine verbesserte Ernährungserziehung, gesündere Verpflegung und mehr Bewegung sicherzustellen. Dies sei auch eine wichtige Aufgabe für die neu einzurichtenden rund 10.000 Ganztagsschulen. Immerhin habe die Bundesregierung für das Ganztagsschulprogramm mehr als 4 Milliarden € zur Verfügung gestellt. Grundkenntnisse über Lebensmittel und ihre Zubereitung seien Kulturtechniken, die jedes Kind beherrschen sollte. Der erhobene Zeigefinger müsse dabei tabu sein. "Es muss darum gehen, den Kindern Lust auf gesunde Ernährung und Bewegung zu machen. Ich möchte das gerne auf die breitere Basis einer Esskultur stellen, in der Genießen wichtig ist und der soziale Wert gemeinsamer Mahlzeiten geschätzt wird", so Künast.

Sie lud Medien, Wirtschaft und Werbung ein, sich an dieser Kampagne zu beteiligen. Hier gebe es ermutigende Signale aus einzelnen Unternehmen. Es gehe z.B. um Veränderung bei den Rezepturen, um Kennzeichnung und um mehr Genauigkeit bei der Werbung. "Wäre es nicht auch eine Herausforderung an die Werbewirtschaft, tatsächlich gesunden Lebensmitteln, richtiger Ernährung und viel Bewegung ein cooles Image zu verpassen?" fragte Künast.

Sie bat insbesondere auch die Medien um Unterstützung. Sie seien entscheidende Kommunikationskanäle, um wirkungsvoll zielgruppenspezifische Botschaften zu vermitteln.

Die Ministerin wird am 9. Juli auch den Startschuss für vier Arbeitsgruppen geben, die konkrete Maßnahmen erarbeiten, die dann ab dem nächsten Jahr umgesetzt werden. Dabei handelt es sich um die Bereiche:

  • Kindertagesstätte/Familie Schule Kinderernährung in den Medien * Wirtschaft.

Verbraucherschützer: Wirtschaft trägt Mitverantwortung für dicke Kinder

Der vzbv hat die Lebensmittel- und Werbewirtschaft aufgefordert, sich ihrer Verantwortung für die dramatische Zunahme der Zahl übergewichtiger Kinder zu stellen. Für Kinder unter zwölf Jahre müsse über eine Beschränkung der Fernsehwerbung nach schwedischem Vorbild nachgedacht werden. Gerade jüngere Kinder können zwischen Werbung und Programm noch nicht ausreichend unterscheiden. Selbst Eltern halten die ernährungsphysiologisch problematischen sogenannten Kinderlebensmittel für besonders gesund. "Es kann nicht sein, dass gerade Fast Food, Snacks und aufgepeppte Getränke auf allen Kanälen besonders intensiv beworben werden und die Lebensmittelwirtschaft auf der anderen Seite mit den dicken Kindern nichts zu tun haben will", so Edda Müller.

Eine wesentliche Rolle beim Problem der wachsenden Zahl fehlernährter Kinder spielen nach Untersuchungen der Stiftung Warentest Lebensmittel, die speziell oder überwiegend für Kinder hergestellt werden (Kindermolkereiprodukte, Milchriegel und Müslischnitten, Chips, Pommes Frites etc.). Sie sind in ihrer Zusammensetzung unausgewogen - zu viel Fett, zu wenig Ballaststoffe, zu viel Zucker, zu viele Kalorien, zu wenig Vitamine. Damit tragen sie zur Fehlernährung bei.

Der vzbv verlangte außerdem mehr Ernährungsbildung. "Viele Kinder und Jugendliche lernen nicht mehr kochen und beziehen ihr Wissen über Ernährung aus der Fernsehwerbung", sagte vzbv-Vorstand Prof. Dr. Edda Müller anlässlich des Kongresses Kinder und Ernährung des Bundesverbraucherministeriums in Berlin. "Damit wir die Epidemie von Übergewicht bei Kindern in den Griff bekommen, müssen wir Ernährungserziehung und -bildung aus ihrem Dornröschenschlaf erwecken." Die Zahl übergewichtiger Kinder hat sich in den vergangenen 15 Jahren verdoppelt. Bereits jedes fünfte Kind ist von Übergewicht betroffen, noch einmal so viele Kinder sind gefährdet.

Obwohl es positive Ansätze bei den Lehrplänen gebe, finde Ernährungsbildung in Kindergärten und Schulen in der Realität kaum Beachtung. Kitas und Schulen würden zudem immer mehr zum Einfallstor für Werbung und Marketing, so der vzbv. "Bei leeren öffentlichen Kassen wird es für Unternehmen immer attraktiver, sich mit Sponsoring einen Zutritt direkt zur begehrten Zielgruppe zu verschaffen", sagte vzbv-Vorstand Edda Müller. Notwendig seien deshalb verbindliche Standards der Länder für den Umgang mit Sponsoring und Werbung. Auch für die Gemeinschaftsverpflegung von Kindern fehlen Qualitätskriterien. Die steigende Zahl von Ganztagsschulen mache es dringend erforderlich, sich mit dem Essen in der Schule auseinanderzusetzen. Häufig gilt auch für das Essen in Kitas und Schulen: zu süß, zu fett, zu wenig Obst und Gemüse.

Für den Herbst 2003 kündigte Müller eine Kinderkampagne des vzbv an. "Mit unserer Kinderkampagne wollen wir dazu beitragen, dass Kinder, Jugendliche, Eltern und Erzieher das ABC des Umgangs mit Werbung lernen."

Mehr zum Thema

  • Alarmierend viele übergewichtige Kinder * Verbraucherinitiative informiert zu Kinder-Ernährung * Stillen hilft gegen späteres Übergewicht der Kinder

http://www.naturkost.de/meldungen/2003/030710gv2.htm+K%C3%BCnast+%C3%BCbergewichtige+Kinder&hl;=de

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TEXT VON Amaar Ujeyl Ernährung: Dicke Kinder Analysen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigen: Fettleibigkeit nimmt weltweit rasant zu, besonders unter den Kindern. GEO.de sagt Ihnen, was Sie dagegen tun können

"Ein Sieg auf der ganzen Linie", verkündete triumphierend die Pressestelle des Schnellimbisskonzerns McDonalds, nachdem der New Yorker Bundesrichter Robert Sweet am 9. Oktober 2003 die Klage zweier übergewichtiger Amerikaner auf Schadensersatz endgültig zurückgewiesen hatte. Erst im April 2002 hatte ein ähnlicher Rechtsstreit in Deutschland für Aufsehen gesorgt. Der zuckerkranke und übergewichtige Richter Hans-Josef Brinkman hatte vor dem Landgericht Mönchengladbach den Schokoriegelhersteller Masterfood GmbH auf Schadensersatz sowie Schmerzensgeld verklagt - und verloren.

© Eberhard Grames/Bilderberg

Rundes Früchtchen im Kornfeld: Jedes fünfte Kind in Deutschland ist übergewichtig 17 Millionen übergewichtige Kinder weltweit "Über eine Milliarde übergewichtige Erwachsene" meldete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrem jüngsten Bericht über globale Strategien der Ernährung. Ein besonders brisantes Detail des Berichtes: Die Zahl übergewichtiger Kinder und Jugendlicher nimmt rasant zu. Weltweit über 17 Millionen Kinder unter fünf Jahren werden von der WHO als übergewichtig eingestuft; man spricht von einer besorgniserregenden "Epidemie". Deutsche Behörden schlagen Alarm Erschreckende Statistiken, die von deutschen Behörden bestätigt werden. "Die zunehmende Anzahl von übergewichtigen Kindern und Jugendlichen ist alarmierend. Jedes fünfte Kind und jeder dritte Jugendliche sind übergewichtig. Die Zahl übergewichtiger Kinder und Jugendlicher hat sich in den letzten 15 Jahren verdoppelt", warnte Bundesverbraucherministerin Renate Künast nach der ersten Sitzung des Rundes Tisches "Kinder und Ernährung" in Berlin. Ursachen der Fettleibigkeit Die Versuche einer Erklärung des rasant wachsenden Problems sind so zahlreich wie unterschiedlich. Biologen, Mediziner und Pharmaindustrie forschen fieberhaft nach molekularen Ursachen der Fettleibigkeit. Ist es der Mangel des Sattmacher-Hormons Leptin, der Kinder und Erwachsene dick macht? Oder sind etwa defekte Hormonrezeptoren im Appetitzentrum des Gehirns für die Formen extremer Fettleibigkeit verantwortlich, wie jüngst Forscher im "New England Journal of Medicine" berichteten? Das Gehirn der Betroffenen ignoriere fatalerweise die Alarmsignale der körpereigenen Sättigungshormone, und löse somit die hemmungslose Völlerei aus. "Unsere Kinder essen zu viel" Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) sieht andere Ursachen der erst in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch zugenommenen Fettsucht. Vor allem die Änderung der Bewegungs- und Ernährungsgewohnheiten in einer hochtechnisierten Gesellschaft seien zu nennen. Zuviel Fernsehen und Computerspiele, zu viel Junkfood und zu wenig Sport. Es droht die soziale Ausgrenzung Die gesundheitlichen Folgen sind verheerend. Bluthochdruck, Zuckerkrankheit und Gefäßverkalkung bis zum Herzinfarkt sind bereits lange bekannt. Neue Studien zeigen zudem ein erheblich erhöhtes Krebsrisiko, inbesondere der Speiseröhre und des Dickdarmes. Eine für Kinder und Jugendliche besonders schmerzhafte Erfahrung ist jedoch die psychosoziale Belastung. Übergewichtige Heranwachsende sind häufig sozial ausgegrenzt, mit bleibenden Schäden für das Selbstwertgefühl. Nicht selten resultieren daraus schwere Essstörungen. Eine gesunde Ernährung ist das A und O Die wichtigste gesellschaftspolitische Herausforderung sei daher eine effektive Präventionsstrategie schon im frühen Kindesalter, so Renate Künast am 10. Oktober anlässlich des 50jährigen Bestehens der DGE in Bonn. Mit regelmäßiger sportlicher Betätigung und einer bewussten Ernährung - fettmoderat und balaststoffreich.

http://img.geo.de/GEO/medizin_psychologie/gesundheit/2003_10_GEO_dicke_kinder/?linkref=geode_teaser_archive_text&SDSID;=

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Extra-Sportangebot an Schulen für dicke Kinder

Dieser Artikel stellt eine am 18.05.04 um 11:26 veröffentlichte Nachricht dar.

Statt weiter Fast-Food in sich hereinzustopfen sollen übergewichtige Kinder jetzt eine Extraportion Sport in den Schulen bekommen. Foto: AP Hamburg (rpo). Schon vor einiger Zeit hat Bundesverbraucherministerin Renate Künast übergewichtigen Kindern den Kampf angesagt - zumindest deren überflüssigen Pfunden. Jetzt soll es in Schulen eine Extra-Sportangebot für Dicke geben.

"Wir brauchen in den Schulen ein gesondertes Sportangebot für dicke Kinder, weil sie sich sonst überhaupt nicht mehr bewegen", sagte Künast der Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit".

Sie selbst sei "normalgewichtig" gewesen und habe dennoch große Mühe gehabt, am Stufenbarren "unverletzt durchzukommen", erinnerte sich die Grünen-Politikerin. RP Online bei Vodafone live: Lesezeichen auf Ihr Handy

"Was wollen Sie da machen mit Kindern, die massiv übergewichtig sind und ständig ausgelacht werden? Diese Tortur kann man niemandem antun", fügte Künast hinzu.

Im Kampf gegen Übergewicht forderte die Ministerin zudem strengere Regeln für Lebensmittelwerbung. Es gelte zu verhindern, "dass zu fettige, zu salzige und zu süße Lebensmittel als gesund beworben werden".

http://www.rp-online.de/public/article/nachrichten/wissenschaft/medizin/47996

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Pressemitteilung Nr. 179 vom 15. Juli 2004 Künast: Übergewicht belastet die Seele

Zahl übergewichtiger Kinder nimmt weiter zu

"Beim Essen und Trinken müssen wir den Trend umkehren. Zu viel Energiezufuhr steht zu wenig Energieverbrauch durch körperliche Aktivität gegenüber," so Bundesverbraucherministerin Renate Künast. Kinder und Jugendliche mit Übergewicht hätten in der Folge häufig seelische Probleme, seien weniger fit, fühlten sich ausgeschlossen (zum Beispiel im Sportunterricht) und könnten ernährungsmitbedingt bestimmte Krankheiten, wie Diabetes Typ II entwickeln. "Es geht nicht darum, die so genannten kleinen Sünden zu verbieten. Aber die Zahlen, die uns vorliegen, sind alarmierend," erklärte Künast.

Erste Ergebnisse einer Studie in Norddeutschland (Kiel Obesity Prevention Study KOPS) zeigen, dass 23 Prozent der untersuchten 5-bis 7-jährigen und sogar 42 Prozent der 10-bis 11-jährigen übergewichtig sind. Eine zu Beginn der Studie aufgestellte Hypothese, dass die Häufigkeit des Übergewichts bei Kindern und Jugendlichen im Beobachtungszeitraum ansteigt - nämlich von 22 Prozent bei 5-bis 7-jährigen Kindern auf 27 Prozent bei den 10-bis 11- jährigen und 35 Prozent bei 13-bis 14-jährigen Jugendlichen - wurde für die 10-bis 11-jährigen Kinder weit übertroffen. Hier haben sich die Werte beinahe verdoppelt, auf 42 Prozent! Bei 87 Prozent der 6-bis 7-jährigen übergewichtigen Kinder wurde festgestellt, dass sie während des Beobachtungszeitraums übergewichtig blieben.

Mit der am 25. Juni gegründeten"Plattform für Bewegung und Ernährung", in der sich unterschiedliche gesellschaftliche Akteure für die Prävention von Übergewicht und Adipositas engagieren, soll das Problem nun intensiv bearbeitet werden. Die Gründung der Plattform folgt der von der WHO zur Bekämpfung des Übergewichts geforderten Strategie, alle gesellschaftlichen Gruppen zur Lösung der komplexen Aufgaben an einen Tisch zu holen. BMVEL-Pressestelle Telefon: 01888-529-3170 bis -3176, -3395 und -3930

http://www.bml.de/index-0005677F462610F684536521C0A8D816.html

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